Was haben eine Trainingsbank, ein Satellit und ein Zombie gemeinsam? Don’ts im Dating
Was wie der Beginn eines klassischen Dadjokes tönt (und es vielleicht auch ist) bezeichnet Umgangsformen im Dating, die einen weiten Bogen um jegliche Benimmregeln machen. Mittlerweile gibt es so viele davon, dass es schon schwerfällt, darüber den Überblick zu behalten und festzustellen, welche Ungehobelheit einem da eigentlich gerade entgegengebracht wird. Im Folgenden findest Du eine Art Lexikon der Umgangsformen, die absolut in die Kategorie der Don’ts gehören.
B wie Benching: Vielleicht kommt Dir dieser Begriff aus dem Sport bekannt vor, und genau da gehört die Warmhaltebank auch eigentlich hin. Beim Benching werden potenzielle Datingpartner*innen so warmgehalten, für den Fall, dass es mit der aktuellen Flamme doch nicht so passt.
C wie Catfishing: Durch mittlerweile acht Staffeln hat die gleichnamige MTV-Reality-Show, in der zwei Moderatoren Leute aufspüren, die sich online für jemanden anderen ausgeben und so ihre Onlinedatingpartner*innen glauben lassen, sie würden ebendiese Person daten, seit 2012 Berühmtheit erlangt. Auch wenn es beim Catfishing darum gehen kann, einer anderen Person bewusst zu schaden, können mangelndes Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein dazu führen, dass Menschen das Gefühl haben, sie müssten sich für jemanden anderen ausgeben, um überhaupt eine Chance im Datingpool zu haben.
G wie Ghosting: Der Klassiker der Ungehobeltheit in Sachen Dating. Wird eine Person geghostet, fragt diese sich häufig, ob der anderen Person etwas zugestossen sei und ob diese etwa mit einem Bruch im Spital liege, da ihre Datingpartner*in ihr aus heiterem Himmel nicht mehr zurückschreibt. Ghosting ist eine Vermeidungsstrategie, bei der die ausübende Person um ein klärendes Gespräch herumkommen will, weil es potenziell unangenehm werden könnte. Bei einer Entscheidung fürs Ghosten wird der eigene Wohlfühlfaktor über den Respekt der anderen Person übergeordnet.
Ghosting: Ein ganz klares No-Go.
I wie Ick: Nicht von sich aus ein No-Go, das allerdings häufig No-Gos hervorbringt. Schon mal in jemanden total verschossen gewesen, nur um dann per Zufall herauszufinden, dass die Person irgendetwas tut, was jetzt nicht unbedingt eine Red Flag ist, aber für einen persönlich unerträglich ist? Etwa das regelmässige Gurgeln mit Cornichonswasser? Der Moment der Ick-Entstehung kann sich als Point of No Return gestalten, in dem es an der Person, die den Ick bekommen hat, liegt, das Gespräch zu suchen und sich nicht in Luft aufzulösen – was dann ein No-Go wäre, denn schliesslich ahnt die andere Person ja nicht, dass ihr geliebtes Cornichonswasserritual für Verstimmung sorgt.
L wie Love Bombing: Was erstmal herrlich tönt, ist es auch zunächst. Beim Love Bombing verhäuft ein/e Datingpartner*in ihr Gspändeli mit Liebe, Zuneigung und allen Arten von Aufmerksamkeiten, die es sich zu erträumen gilt, bis sie es nicht mehr tut. Diese miese Masche dient dazu das Gegenüber von sich abhängig zu machen und so Kontrolle ausüben zu können. Um hier ganz klar zu sein: Love Bombing ist eine Form von emotionalem Missbrauch.
M wie Mosting: Mosting ist eine extreme Form des Ghostings, da diesem toxischen Verhaltensmuster bereits Liebesbekundungen und Ähnliches vorausgehen. Gründe für Mosting sind ähnlich wie die beim Ghosting und- zeugen von unzureichender emotionaler Intelligenz, der Situation mit Verantwortung der anderen Person gegenüber zu begegnen.
N wie Negging: Beim Negging werden kränkend gemeinte Beleidigungen als Komplimente getarnt, à la “Es gibt zwar schönere Menschen als dich, aber dafür bist du ja sehr spendabel”. Sinn dieser Form des emotionalen Missbrauchs ist es, das Selbstbewusstsein und den Selbstwert der anderen Person zu untergraben und sich Kontrolle anzueignen.
O wie Orbiting: Der Begriff Orbiting beschreibt so ziemlich dasselbe NoNo wie der Begriff Benching. Im Unterschied zum Ghosting, bei dem die andere Person sich komplett in Luft aufgelöst zu haben scheint, verhält sich der/die Datingpartner*in beim Orbiting literally wie ein Satellit, der um die Erde kreist und eben nur ab und zu - manchmal sogar gefühlt in regelmässigen Abständen - in der eigenen Umlaufbahn wieder auftaucht. Sinn und Zweck des Ganzen ist die Warmhaltefunktion. Häufig wird Orbiting schlimmer als Ghosting bewertet, da immer wieder ein Fünkchen Hoffnung aufkeimt, dass der Satellit jetzt in der eigenen Umlaufbahn verweilen könnte.
P wie Pigging: Beim Pigging vereinbart jemand mit einer Person ein Date mit dem Ziel, diese dort herabzuwürdigen, um das eigene Ego zu pushen. Pigging ist eine Form des emotionalen Missbrauchs.
R wie Red Flag: Im Gegensatz zu Green Flags, die Verhaltensweisen einer Person die diese als vertrauenswürdige und tolle Datingpartner*in ausweist, sind Red Flags leider das genaue Gegenteil. Natürlich ist es durchaus individuell, was als zu gut deutsch, als „rotes Tuch“ empfunden wird. Klassische Red Flags sind unter anderem physischer und psychischer Missbrauch, Respektlosigkeit, kontrollierendes Verhalten und extreme Eifersucht.
Z wie Zombieing: Zombies sind Verstorbene, die wieder auferstehen und dann unerwarteterweise wieder auftauchen. Kurz: Zombieing ist dasselbe wie Orbiting und Benching.
Alle genannten Verhaltensweisen dieser höchstwahrscheinlich unvollständigen Liste können auch in nicht romantischen Beziehungen auftreten. Egal um welche Art von Beziehung es geht, gegenseitiger Respekt und Empathie sind das Fundament für jede Art von sozialer Verbindung, in denen diese Verhaltensweisen nichts zu suchen haben.